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Durch die oben beschriebene Vorgehensweise bei der Erfassung
des Konstrukts erwerbsbiographische Sicherheit konnten aus
methodologischer Sicht drei wesentliche Vorteile realisiert
werden: [65]
Zum einen wird in der Literatur zur Clusteranalyse die Auswahl
der Klassifikationsvariablen als der wesentliche Schritt
bei der Durchführung dieses standardisierten Verfahrens
hervorgehoben. Gleichwohl erfolgt bislang im allgemeinen die
Selektion dieser Variablen lediglich aufgrund theoriegeleiteter
Kriterien und somit ausschließlich aufgrund von
Plausibilitätsannahmen über die Geeignetheit von
Variablen. In diesem Stadium gibt daher der Rekurs auf Ergebnisse
der Interpretation des zusätzlich erhobenen qualitativen
Materials wesentliche Hinweise bzw. Hilfen. So kann durch
beständigen Rückgriff auf die Kodierungsergebnisse bzw.
-dimensionen der qualitativen Stufe die Auswahl der
Klassifikationsvariablen für die Clusteranalyse wesentlich
vorangebracht bzw. verbessert werden. Denn durch diese
Vorgehensweise können Variablen identifiziert werden, die
für die Typologie bzw. die Trennung der Typen von hoher
Fruchtbarkeit sind, während Variablen vom Algorithmus der
Clusteranalyse ausgeschlossen werden können, die sich als
ungeeignet für die Erfassung der Typen erweisen(Bsp.: v25,
v13). [66]
Zum zweiten sind als weiterer wichtiger Vorteil dieser
Vorgehensweise nun auch Aussagen über die quantitative
Häufigkeit von Typen in einer Stichprobe bzw.
Grundgesamtheit möglich: Während die qualitative
Sozialforschung sich den Vorwurf gefallen lassen muss, nichts
über die empirische Verbreitung der rekonstruierten
Typen aussagen zu können (eine Frage, die insbesondere im
Zusammenhang mit "neuen" Identitätsformationen wie
"Bastelbiographie" etc. neue Aktualität erhält), ist
dies bei obiger Vorgehensweise ohne weiteres möglich.
Ergänzend dazu konnte durch die Durchführung einer
probabilistischen Clusteranalyse die jeweilige Nähe und
Zuordnungswahrscheinlichkeit eines jeden Objekts bzw. Individuums
zum jeweiligen Clusterzentrum (sprich: Typus) eruiert und
graphisch dargestellt werden; damit aber waren nun auch Aussagen
über die Güte der Typologie i.S. ihrer Angemessenheit an
die Empirie möglich. [67]
Drittens konnte durch diese Vorgehensweise die Dichte der
Deskription des untersuchten Phänomens wesentlich verbessert
werden, da die bei der Ergebnispräsentation sonst
übliche Trennung in einen quantitativen und einen
qualitativen Bereich vermieden werden konnte (vgl. etwa MUTZ, LUDWIG-MAYERHOFER, KOENEN, EDER & BONSS 1995). Statt dessen war es nun möglich, die beiden
Datenbereiche eng miteinander zu verschränken: So konnten
zum einen quantitative Ergebnisse bzw. Unterschiede zwischen den
jeweiligen "Sicherheits-Typen" präsentiert werden, zum
anderen aber auch für jeden Typus individuell das
standardisierte mit nichtstandardisiertem Material ergänzt
bzw. illustriert werden. [68]
Als wesentlicher Nachteil dieser Vorgehensweise darf freilich
nicht unerwähnt bleiben, dass hierbei ein wesentlich
höherer Erhebungs- und Auswertungsaufwand betrieben werden
muss, der schnell an zeitliche wie sachliche (Material, Personal)
Grenzen stößt: So ist einerseits eine vollständige
standardisierte Erhebung und Auswertung durchzuführen und
anderseits zusätzlich eine komplette nichtstandardisierte
Forschungsphase zu bewältigen. Des weiteren sollte auch der
Aufwand bei der spezifischen Kopplung bzw. Kombination der beiden
Datenpools (insbesondere bei der Darstellung der Ergebnisse der
Studie) keinesfalls unterschätzt werden. [69]
1) Diese Vorgehensweise entspricht insofern
weitgehend dem Konzept des Theoretical Sampling, wie es
bei der Grounded Theory Anwendung findet.
<zurück>
2) Oftmals wird diese Methode eingesetzt bei
Interviews, wenn diese beispielsweise durch einen männlichen
und einen weiblichen Interviewer durchgeführt werden, um
negative Effekte bei der Erhebung wie auch der Einschätzung
des Interviews (Feldprotokoll!) zu vermeiden.
<zurück>
3) Ein Argument, dass nicht zuletzt
wesentlich zur Karriere der qualitativen Sozialforschung bzw. zu
dem Konflikt zwischen den beiden Hauptströmungen in der
empirischen Sozialforschung (qualitativ vs. quantitativ)
beigetragen hat. <zurück>
4) Sie ist m.E. als einzige "echte"
Triangulationsform anzusehen, da nur in diesem Fall verschiedene
Forschungsmethoden kombiniert werden.
<zurück>
5) Vgl. hierzu PREIN, KELLE und KLUGE
1993, S.9ff. <zurück>
6) Während der zweiten Phase der
Erhebung fand somit auch die von DENZIN angeführte
Datentriangulation Anwendung, da die Auswahl der zu
Befragenden aufgrund theoriegeleiteter personaler Kriterien
erfolgte. <zurück>
7) Im Gegensatz dazu wurden beispielsweise
bei dem Teilprojekt A3 im Rahmen des Sfb 186 "quantitative
Ergebnisse anhand qualitativen Materials validiert", um so
"überraschende quantitative Befunde zu verstehen und zu
erklären" (KELLE, KLUGE & SOMMER 1999, S.345). <zurück>
8) Erwartungssicherheit meint dabei "die
sichere Erwartbarkeit von Erwartungen" (LUHMANN 1984, S.412ff.)
bzw.
die in sie [die Erwartungen; AJ] eingebaute Erwartung der
Wahrscheinlichkeit des Eintreffens des Erwarteten. In dieser
Hinsicht kann eine Erwartung mehr oder weniger sicher sein. [...]
Schon in die Formierung der Erwartungsstrukturen gehen daher
Momente der Risikoabwehr und der Steigerung von systeminternen
Sicherheiten ein (o.c., S.418).
Dabei wird nach LUHMANN die Herstellung von
Erwartungssicherheit zunehmend problematisch, da die
Komplexität der sozialen Systeme wie die des
Gesellschaftssystems im Lauf des evolutionären Entwicklung
immer weiter zunimmt (o.c., S.22).
<zurück>
9) Zum Entsprechungsverhältnis von
Gesellschafts- und Identitätsform vgl. SCHIMANK 1985, der
freilich die milieuspezifische Ausprägung dieser Prozesse
unberücksichtigt lässt.
<zurück>
10) So zeigen neuere Studien eine klare
empirische (nicht unbedingt normative!) Erosion des
Normalarbeitsverhältnisses (NAV): So zeigt sich nach einer
Kohortenstudie mit SOEP-Daten von BERGER und SOPP "für die
Nachkriegszeit insgesamt eine Tendenz zu größerer
Vielfalt in den männlichen Erwerbsverlaufsmustern an,
während [...] zugleich typische 'NAV' v.a. in der
jüngeren Altersgruppe seltener werden" (BERGER & SOPP
1992, S.176; H.i.O.). Dito die Ergebnisse der KOMMISSION FÜR
ZUKUNFTSFRAGEN DER FREISTAATEN BAYERN UND SACHSEN: Auch sie
spricht von einem Absinken des Anteils von abhängigen
Beschäftigten in NAVs von 80% 1985 auf 68% 1995 (1996,
S.62). Zum Begriff des NAV und seinen Merkmalen vgl. BOSCH
(1986), HINRICHS (1989), OSTERLAND (1990).
<zurück>
11) Vgl. WOHLRAB-SAHR (1993).
<zurück>
12) Wie sie insbesondere für
männliche Erwerbspersonen angenommen werden kann, da
für diese die Erwerbstätigkeit und -sphäre
traditionell weiterhin einen besonders hohen Stellenwert
einzunehmen scheint. <zurück>
13) Vgl. ZOLL 1984a; 1984b; HEINEMEIER und
ROBERT 1984; NEUMANN und OECHSLE 1986; VONDERACH und SIEBERS
1991; MUTZ et al. 1995. Statuspassagen können dabei
als Übergänge im Lebenslauf bezeichnet werden, die als
Bezugspunkte für die Lebensplanung der Individuen dienen und
innerhalb eines normativen Rahmens eingebettet sind (HEINZ 1991,
S.12; ähnlich KNEER 1998, S.164).
<zurück>
14) Vgl. u.a. DEHMEL und WITTCHEN (1984)
sowie Erika M. HOERNING, die von einer "fortlaufenden
Überarbeitung des Erfahrenen" spricht (HOERNING 1989,
S.154). Auch CHASSEIN und HIPPLER gehen davon aus, dass
Informationen "zum Zeitpunkt ihres Auftretens in das
Gedächtnis eingefügt bzw. encodiert [werden]
deren Repräsentation kann aber über die Zeit hinweg
verändert werden (...) Die Antwort selbst ist dann nochmals
einem Bearbeitungsprozess unterworfen, der wesentlich von
situativen Momenten bei der Befragung gekennzeichnet ist". Zudem
wird durch "die Anwendung von Heuristiken (...) die
Wiedergabe oder Inferenz aus der Erinnerung durch 'Faustregeln',
die auf Alltagskenntnissen basieren, vereinfacht oder
verkürzt" (CHASSEIN & HIPPLER 1987, S.455f.). Zur
Problematik des Erinnerns merkt auch Martin OSTERLAND kritisch
an, "dass Erinnern keine direkte Wiederholung des
(endgültig) Vergangenen, sondern eine Rekonstruktion der
früheren Situation ist" (OSTERLAND 1983).
<zurück>
15) Zum Validitätsbegriff und seinen
Nuancen in der qualitativen und quantitativen Sozialforschung
vgl. als neueste Abhandlung WINTER 2000.
<zurück>
16) So etwa bei einer Vielzahl von Projekten
im Rahmen des Sfb 186 (u.a. STRUCK-MÖBBECK, RASZTAR, SACKMANN, WEYMANN & WINGENS 1996;
WITZEL & KÜHN 1999; ZINN 2000).
<zurück>
17) Dies bedeutet freilich auch, dass den
SaZ sehr viel Zeit bleibt, sich auf das Ausscheiden
vorzubereiten. <zurück>
18) Zudem handelt es sich bei dieser
Population (noch) ausschließlich um männliche
Erwerbspersonen, die bekanntermaßen besonders stark von der
Idee einer kontinuierlichen und stabilen Erwerbsbiographie
geprägt sind.
<zurück>
19) Damit handelt es sich bei dieser Studie
nicht um eine Verbleibsstudie klassischer Strickart, denn die
Untersuchung setzt ja bereits vor der Entlassung der
Zeit-Offiziere aus der Bundeswehr an. Nicht die Frage des
tatsächlichen Unterkommens auf dem Arbeitsmarkt stand
somit im Zentrum des Forschungsinteresses, vielmehr war die
subjektive Perzeption und Verarbeitung der bevorstehenden
erwerbsbiographischen Bruchsituation zentral.
<zurück>
20) Die Typologie setzt sich dabei aus
einer Kombination von Real- und Idealtypen zusammen und dient als
empirisch-heuristisches Instrument zum Verständnis sozialer
Prozesse (vgl. KLUGE 1999). Denn mit ihr können
verallgemeinerbare Handlungsformen rekonstruiert und
Individuelles von Allgemeinem getrennt werden, wodurch ein
bislang nicht klassifizierter sozialer Raum im Rahmen einer
wissenschaftlichen Systematik strukturiert und konturiert wird.
<zurück>
21) Dabei ging die Befragung über den
erwerbsbiographischen Bereich insofern hinaus, als ergänzend
zum Bereich der Erwerbsbiographie auch wichtige Einstellungen
bzw. Wahrnehmungen insbesondere zu den Themenkomplexen
Allgemeine Zukunftssicht, Soziale Sicherheit, Sozialer Wandel und
Familie erfragt wurden. Hintergrundthese hierzu war,
ob und inwieweit sich die Konzepte zur Herstellung von
(biographischer) Sicherheit je nach betrachtetem Teilgebiet
unterscheiden oder ob sich im dimensionalen Vergleich
übergreifende Zusammenhänge bzw. Modi feststellen
lassen (vgl. hierzu JAKOB 2000).
<zurück>
22) Vgl. allgemein zur Triangulation FLICK
(1995), LAMNEK (1995) sowie ERZBERGER (1998, S.123ff.). <zurück>
23) Trotz der durch diese Vorgehensweise
gewährleisteten engen Verzahnung handelt es sich aber m.E.
nicht um eine Validierung im engeren Sinne, denn beide
Teile der Studie folgen einer je spezifischen Logik und sind
insofern als nicht vollständig aufeinander abbildbar bzw.
isomorph anzusehen (vgl. auch ERZBERGER 1998, S.133; abweichend
KELLE, KLUGE & SOMMER 1999, S.345).
<zurück>
24) Kriterien: Eintrittsalter in die
Bundeswehr 1986 oder 1987 (damit Ausscheiden als SaZ 1998 oder
1999), Studium an einer Hochschule der Bundeswehr sowie
Angehöriger der Teilstreitkraft Heer; Auswahl durch
computerisierte Zufallszahl (vgl. JAKOB 2000, S.76ff.). <zurück>
25) Eine Nicht-Berücksichtigung dieses
Kriteriums wird dementsprechend als schwerer Mangel einer
nichtstandardisierten Studie angesehen, da hierdurch die
Verallgemeinerungsfähigkeit der Ergebnisse
beispielsweise aufgrund einer einseitigen bzw. beschränkten
Auswahl der Untersuchungseinheiten nachhaltig
gefährdet wird (vgl. KELLE, KLUGE & PREIN 1993, S.60).
<zurück>
26) Als Auswahlmöglichkeiten kommen
hierfür grundsätzlich vier Techniken infrage: a)
Schichtungs-, b) Quotierungs-, c) Schneeballverfahren und d) die
Auswahl auf der Basis von Expertenmeinung(en); wobei die
letzteren beiden unter methodischen Gesichtspunkten als eher
problematisch und damit als ungeeignet angesehen werden
müssen (o.c., S.65).
<zurück>
27) Dieses Vorgehen ist somit dem Konzept
des Theoretical Sampling im Rahmen der Grounded Theory
(s.u.) gleichzusetzen, in dessen Verlauf die Auswahl der
Datenquelle bzw. der Stichprobe ebenfalls aufgrund theoretisch
als relevant erachtender Kriterien erfolgt (vgl. STRAUSS &
CORBIN 1996, S.148). <zurück>
28) Vgl. KLEIN 1993; MARR 1996. <zurück>
29) Falls möglich, wurde auch auf die
Begründungsmuster für diese Perzeption geachtet (v18a):
Fällt beispielsweise das Ausscheiden schwer aufgrund der
Wahrnehmung eines problematischen Arbeitsmarktes oder wegen des
antizipierten Verlustes der Kameraden bzw. der Kameradschaft? <zurück>
30) So können sich im Falle eines
mehrmonatigen Erhebungszeitraumes strukturelle Kontextbedingungen
(Arbeitslosigkeitsrate, Chancen auf dem Arbeitsmarkt) für
die Befragten verändern, so dass nicht mehr von
ceteris-paribus-Bedingungen ausgegangen werden kann. <zurück>
31) Unabdingbare Voraussetzung war
selbstverständlich zudem: Liegt das
Einverständnis des Offiziers für ein Interview vor?
Dieses konnte schriftlich auf einem gesonderten Blatt im Rahmen
des Mail-Survey gegeben werden.
<zurück>
32) "ING" = Ingenieurwissenschaften, "WiW"
= Wirtschaftswissenschaften, "GW" = Geisteswissenschaften. <zurück>
33) In diesem Zusammenhang ist freilich
darauf hinzuweisen, dass auch evtl. nur auf einem Fall bzw. sehr
wenigen Fällen beruhende Rekonstruktions- und
Interpretationsergebnisse durchaus allgemeine Gültigkeit
beanspruchen können:
Selbst wenn die hier rekonstruierte Identitätsformation
nur für diesen einzelnen Fall gelten sollte,
repräsentierte sie dennoch einen allgemeinen Typus. Seine
Allgemeinheit bestünde darin, die
Strukturierungsgesetzlichkeit zu artikulieren, die die
Reproduktion des Identitätsentwurfs des Einzelfalls
bestimmt. Eine ganz andere Frage ist es, wie häufig in
unserer Gesellschaft dieser Typus vorkommt. Die relative
Häufigkeit dieser Struktur darf jedoch nicht mit der
Generalisierbarkeit einer Strukturerkenntnis gleichgesetzt werden
(OEVERMANN 1988, S.243). <zurück>
34) Zu den weiteren Elementen vgl. WITZEL
1989, S.235ff. Ausgangspunkt für die Durchführung von
Interviews ist für WITZEL zum einen eine
Problemzentrierung, die "eine vom Forscher wahrgenommene
gesellschaftliche Problemstellung" (WITZEL 1989, S.230) zum
Inhalt hat, zum anderen aber auch eine
Gegenstandsorientierung, die sich auf die "Sicherstellung
eines geeigneten Zugangs zu Handlungs- und Bewusstseinsanalysen"
beziehen soll (o.c., S.232). Drittens fordert WITZEL (analog der
Grounded Theory) eine Prozessorientierung der
Sozialforschung, die sich durch eine "flexible Analyse des
wissenschaftlichen Problemfeldes, eine schrittweise Gewinnung und
Prüfung von Daten" äußert (o.c., S.233). Dabei soll
der Interview-Leitfaden zwar "das Hintergrundwissen des Forschers
thematisch organisieren, um zu einer kontrollierten und
vergleichbaren Herangehensweise an den Forschungsgegenstand zu
kommen". Gleichwohl ist er nicht als Gesprächs-Leitfaden im
Interview zu verstehen, durch den das Gespräch quasi
dominiert wird; vielmehr soll dann der individuelle
"Gesprächsfaden des Interviewten im Mittelpunkt des
Interesses" stehen und damit auch den Erzähl- und
Diskussionsfluss bestimmen (o.c., S.236).
<zurück>
35) Der frühe Beginn der zweiten Stufe
erklärt sich dabei durch die Tatsache, dass der Hauptteil
des Rücklaufes der Fragebögen bereits bis Mitte
Dezember wieder zurück war; einige wenige Interviews waren
somit bereits noch während der laufenden Phase 1
möglich. <zurück>
36) Ergänzend zu diesen
"Betroffenen-Interviews" wurden noch drei Berufssoldaten
interviewt, die sonst vergleichbare Faktoren (Eintrittsjahr in
die Bundeswehr, Offiziere mit Studium etc.) aufwiesen. Auf eine
ausführliche Darstellung der Ergebnisse der Interpretation
der Berufssoldaten-Interviews wird an dieser Stelle aus
Platzgründen verzichtet. Sie waren aber insbesondere bei der
Analyse der im Fokus des Forschungsinteresses stehenden
Zielgruppe der SaZ eine interessante Vergleichs- bzw.
Kontrastierungsfolie. Des Weiteren wurde ein Experten-Interview
mit dem Leiter eines Berufsförderungsdienstes der Bundeswehr
durchgeführt. <zurück>
37) In der Regel wird in der quantitativ
orientierten Sozialforschung die umgekehrte Reihenfolge der
Triangulationsschritte praktiziert: Erst werden qualitative
Interviews geführt, und anschließend die dort
gewonnenen Erkenntnisse in ein standardisiertes Instrument
umgewandelt (vgl. etwa SCHNELL, HILL & ESSER 1992, S.329).
Diese Vorgehensweise wurde in der vorliegenden Studie nicht
angestrebt, da nur so die aufgrund der jeweiligen Angaben in den
Variablen des Fragebogens interessanten Personen für die
Interviews erfasst und ausgewählt werden konnten. <zurück>
38) Eine ähnliche Form der
Datenverknüpfung wurde auch im Kontext des SFB 186 an der
Universität Bremen praktiziert (STRUCK-MÖBBECK et al.
1996; SCHAEPER 1999; WITZEL & KÜHN 1999); dort wurde
zudem ein eigener Projektzusammenhang zur Weiterentwicklung und
Verbesserung der Methoden empirischer Sozialforschung etabliert,
der sich insbesondere dem Verhältnis von qualitativen und
quantitativen Verfahren widmete (PREIN, KELLE & KLUGE 1993,
ERZBERGER 1998, KLUGE 1999).
<zurück>
39) Zu diesem Programm, seinen
Eigenschaften und Optionen vgl. KUCKARTZ 1999; einführend
und insofern allgemeiner KELLE 1990. Für eine praxisnahe
Darstellung einer typisierenden Vorgehensweise in der
qualitativen Sozialforschung vgl. u.a. KELLE und KLUGE 1999. <zurück>
40) Dieses Prinzip bedeutet freilich nicht,
dass die im Laufe der Vorbereitung der Studie mittels Pre-Test
und Expertengesprächen gewonnenen Vorkenntnisse über
zentrale Kontextvariablen und manifeste Restriktionen der
Handlungsoptionen der Untersuchungspopulation keine
Berücksichtigung gefunden hätten; entscheidend ist
vielmehr die Expliziertheit bzw. Reflexion dieses Wissens durch
den Forscher, um eine eventuell zu starre Vorstrukturierung des
Untersuchungsgegenstandes sowie der Interpretationsschemata zu
vermeiden. <zurück>
41) Für eine ausführliche
Darstellung der Vorgehensweise (Einzelfallrekonstruktion plus
kontrastierender Vergleich) vgl. JAKOB 2000. Zur Grounded Theory
vgl. u.a. STRAUSS und CORBIN 1996; zur Objektiven Hermeneutik
vgl. u.a. OEVERMANN, ALLERT, KONAU und KRAMBECK 1979; OEVERMANN 1986, LEBER und
OEVERMANN 1994. <zurück>
42) An dieser Stelle sollen lediglich die
ersten drei Dimensionen erläutert werden, da sie für
die Clusteranalyse und -lösung von zentraler Bedeutung sind.
<zurück>
43) Unter extrinsischer
erwerbsbiographischer Orientierung ist dabei das Arbeiten zur
Sicherung der Lebensgrundlage im Sinne der materiellen
Reproduktion zu verstehen (nach dem Motto: Arbeiten, um zu
leben); hingegen ist von intrinsischer Motivation die Rede, wenn
es um den Beruf als Sinnstiftung und Ausdruck von
Individualität geht (der "Berufsmensch" oder "Leben, um zu
arbeiten"; vgl. zu dieser Unterscheidung auch MUTZ, LUDWIG-MAYERHOFER, KOENEN, EDER & BONSS 1992,
S.300f.). Zum Ursprung dieser Differenzierung vgl. u.a. DECI und
RYAN (1985, S.32ff.).
<zurück>
44) Im Anschluss an diese drei zentralen
Dimensionen wurden noch zwei weitere Aspekte rekonstruiert (die
hier nicht mehr dargestellt werden sollen, vgl. hierzu JAKOB
2000): Die Allgemeine Zukunftssicht sowie die
Allgemeine Lebenseinstellung: Fatalismus und Wagnisfreude.
Sie gehen über das Konstrukt erwerbsbiographische
Sicherheit insofern hinaus, als hier allgemeine Kennzeichen zur
biographischen (nicht: erwerbsbiographischen) Sicherheit
zusammengefasst werden.
<zurück>
45) Zu den Annahmen über Art und
Beschaffenheit der zugrunde liegenden Daten für die
Durchführung einer Clusteranalyse vgl. BACHER (1994, S.16);
zur Problematik der Aufbereitung von Daten für die
Clusteranalyse vgl. auch KAUFMAN (1985). Der Nachteil einer
Clusteranalyse besteht freilich in dem Sachverhalt, dass durch
sie grundsätzlich keine Aussagen über Kausalitäten
möglich sind, da sie stets strukturentdeckend und
nicht hypothesenprüfend (wie etwa eine Regressionsanalyse)
konzipiert ist. Gleichwohl kann mit den (standardisierten z-)
Werten einer Clusteranalyse eine kausalanalytische Verrechnung
etwa in Form eines Strukturgleichungsmodells wie LISREL erfolgen
wenngleich die Umsetzung der Ergebnisse einer
Clusteranalyse in Strukturgleichungen recht aufwändig und
komplex ist. <zurück>
46) Exemplarisch sei hier auf die Studie von VESTER, von OERTZEN, GEILING, HERMANN & MÜLLER (1993) verwiesen, deren Milieu-Matrix
auf einer clusteranalytischen Differenzierung unterschiedlicher
Lebensstile basiert. <zurück>
47) Zum Begriff des Clusters ist dabei
festzuhalten, dass keine einheitliche Definition hierzu vorliegt:
So bedeutet es im Allgemeinen "Büschel" oder "Klumpen", in
den Wissenschaften wird aber erst das Gruppieren von Elementen
nach ihrer Ähnlichkeit bzw. Unterschiedlichkeit als
"Clustern" bezeichnet (vgl. auch EVERITT 1993, S.6); so sprechen
etwa BACKHAUS et al. von der Clusteranalyse als einem "Verfahren
zur Gruppenbildung" (1994, S.261). Zu den unterschiedlichen
Anwendungsfeldern der Clusteranalyse vgl. EVERITT (1993, S.9)
sowie einführend ARABIE 1996; SCHLOSSER 1994. <zurück>
48) Zu den verschiedenen Verfahren bei der
Ermittlung der Ähnlichkeiten bzw. Distanzen zwischen den
Objekten einer Clusteranalyse vgl. BACHER 1994, S.198f. <zurück>
49) Damit sind auch zwei unterschiedliche
Verfahren der Clusteranalyse verbunden: Zum einen eine
objektorientierte Clusteranalyse; hier werden
ausschließlich Personen oder Aggregate (Objekte)
zusammengefasst. Zum anderen eine variablenorientierte
Clusteranalyse, bei der exklusiv einzelne Variablen
(beispielsweise aus einer Befragung) geclustert werden. <zurück>
50) Nach dem Grad der Wahrscheinlichkeit
der Zuordnung der Klassifikationsobjekte zu den Clustern lassen
sich zwei Prinzipien unterscheiden (vgl. BACHER 1994, S.4f.): Zum
einen die deterministische Clusteranalyse; hier werden die
Klassifikationsobjekte mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 dem
jeweiligen Cluster zugeordnet, so dass Objekte stets nur
einem Cluster angehören können. Zum anderen die
probabilistische Clusteranalyse; hier werden die
Klassifikationsobjekte nicht absolut, sondern nur mit einer
bestimmten Wahrscheinlichkeit (die zwischen 0 und 1 liegen
kann) dem bzw. den Cluster(n) zugeordnet. <zurück>
51) Im Allgemeinen gilt dabei für
probabilistische Clusteranalysen die Faustregel: Je näher
der individuelle Wert eines Objektes an der Zahl 1 liegt, um so
näher ist das betrachtete Objekt am Clusterzentrum (ergo dem
konstruierten Realtypus) des jeweiligen Clusters. Liegt dagegen
die Zuordnungswahrscheinlichkeit bei 0,5 oder darunter, muss das
Objekt als nicht eindeutig zuordenbar angesehen werden. Zu den
einzelnen Schritten einer probabilistischen Clusteranalyse vgl.
BACHER 1994, S.309f. <zurück>
52) Vergleichbar argumentiert ROSENZWEIG
(1998) in seiner wirtschaftswissenschaftlich orientierten Studie
zur Herstellung von Sicherheit.
<zurück>
53) Der Begriff "Klasse" ist dabei mit dem
des Clusters als identisch anzusehen. Zu den Bedingungen und
Modellvorstellungen einer Latenten Profilanalyse vgl. BACHER
(1994, S.353). Zu verschiedenen Anwendungen von Latent-Trait- und
Latent-Class-Modellen in Pädagogik, Psychologie,
Kriminologie und Soziologie vgl. ROST und LANGEHEINE (1997) sowie
die darin enthaltenen Beiträge.
<zurück>
54) Vergleichbar argumentiert KLUGE (im
Anschluss an SODEUR) grundsätzlich für den Bereich der
qualitativen Sozialforschung (1999, S.71ff.).
<zurück>
55) Mögliche Antwortkategorien: "Ja",
"Noch offen", "Nein". <zurück>
56) Beispielsweise starke Zustimmung zur
Variable v46.16: "Meine wirtschaftliche Lage wird sich in Zukunft
eher verschlechtern". <zurück>
57) Und selbstverständlich mit obigem "Interpretationsvorbehalt" versehen.
<zurück>
58) Dieses Kriterium wurde nur für
wenige Variablen (ca. fünf) praktiziert und konnte freilich
nur bei den sowohl schriftlich als auch mündlich befragten
Personen angewandt werden; nachdem diese aber theoriegeleitet
ausgewählt wurden, wurde dieser Aspekt als wenig
problematisch eingeschätzt.
<zurück>
59) ANOVA steht für
Analysis of Variance; vgl. hierzu
u.a. BACKHAUS et al. 1994, S.56ff.
<zurück>
60) Zu den einzelnen Schritte der
durchgeführten Clusteranalyse vgl. JAKOB 2000, Kap. 5.3.2
(S.124ff.). <zurück>
61) Auf die Darstellung dieser Modi bzw.
Typen muss aus Platzgründen verzichtet werden; vgl. hierzu
JAKOB 2000. <zurück>
62) Insgesamt lag die Quote der nicht
eindeutig zuzuordnenden Objekte in der Stichprobe bei nur 4,2%;
hingegen betrug der prozentuale Anteil der Objekte mit einer
Zuordnungswahrscheinlichkeit von 0,95 oder höher exakt 50%.
<zurück>
63) Zu den Abkürzungen in Abbildung 3:
"Unt"="Unternehmer", "Lns"="Langsicht"; "Gls"="Gelassener",
"Ftl"="Fatalist", "Add"="Additiver" und "BlB"="Black-Box". Zwei
Sterne stehen dabei für eine signifikante Differenz
(5%-Niveau) vom Gesamtmittelwert der Stichprobe.
<zurück>
64) Aufgrund der Vielzahl der Variablen war
dies zwar nicht für alle, aber für den
größten Teil der Variablen (insbesondere der
Klassifikationsvariablen) möglich.
<zurück>
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