|
Volume 1, No. 2 Juni 2000
Kollektive-Autobiografie-Forschung (KAF)
als subjektwissenschaftliche Methode1)
Stefan Busse, Christiane Ehses & Rainer Zech
Zusammenfassung: Die
"Kollektive-Autobiografie-Forschung" (KAF) ist eine qualitative
Methode zur Bearbeitung von autobiografischem Textmaterial (Interviews oder
verfasste Episoden und Geschichten) in einer Forschungsgruppe. Sie ist Anfang
der 80er Jahre ausgehend von subjekttheoretischen Grundpositionen der Kritischen
Psychologie entwickelt worden (ZECH 1983, 1988). Heute synthetisiert sie
subjekttheoretische und systemtheoretische Perspektiven. Bei der KAF wird die
verbreitete Trennung in Forscher und Erforschte aufgehoben, indem die Theorien
und Methoden von den Betroffenen selbst angeeignet und auf ihre eigene Situation
analytisch angewendet werden. Für das Forschungsprozedere sind folgende
Merkmale charakteristisch: 1. Die erforschten Subjekte sind Protagonisten eines
autobiographischen Handlungsgeschehens. 2. Sie sind Autoren einer erzählten
autobiographischen Geschichte. 3. Sie sind Zeitzeugen einer gesellschaftlichen
Situation. 4. Sie sind Forschungssubjekte im wissenschaftlichen Interpretations-
und Theoretisierungsprozess. In diesen vier Rollen sind die Subjekte permanent
als Betroffene und Experten präsent. Das Erkenntnisinteresse der KAF richtet
sich über die Selbstaufklärung und die Erweiterung der individuellen
Handlungsfähigkeit hinaus auf die Rekonstruktion verallgemeinerbarer Handlungs-
und Begründungstypen in umschreibbaren gesellschaftlichen Situationen. Das
Forschungssetting gestaltet sich als mehrstufiger Gruppenprozess, in dem Texte
unterschiedlicher Ordnung vom Fall bis zur Theorie interaktiv und
dialogisch erzeugt werden. Exemplarisch wird dies an einem deutsch-deutschen
Forschungsprojekt zu biografischen Mustern in Politisierungsprozessen
entwickelt.
Keywords: Kollektive-Autobiografie-Forschung,
Kritische Psychologie, Subjekttheorie, Systemtheorie, individuelle Handlungsfähigkeit,
verallgemeinerbare Handlungs- und Begründungstypen, Identität zwischen
Forschenden und Erforschten, interaktiver mehrstufiger Gruppenprozess
1.
Methodologische Ausgangspunkte der KAF
1.1
Kritische Subjekttheorie und Methode
1.2 Vier methodologische Forschungsschritte
2.
Die Bedeutung der Gruppe als Forschungsinstrument
2.1
Die Gruppe als erweitertes Erkenntnissubjekt
2.2 Die Gruppe als Ort der
Verunsicherung und Stabilisierung
2.3 Die Gruppe als Qualifikationsinstanz und Ort des Lernens
2.4 Der Forschungsprozess als Gruppenprozess
2.5 Die Gruppe als Spiegel und Reflexionsgegenstand
3. Das Projekt
"Politisierung der Subjekte im deutsch-deutschen Vergleich"
3.1 Die Geschichte der
Ost-West-Forschungsgruppe bzw. -thematik
3.2 Gemeinsame theoretische und
sozialisatorische Hintergründe
3.3 Die intersubjektiv vollzogene
deutsch-deutsche Vereinigung
3.4 Empfindlichkeiten und Lernprozesse
4. Die Verschränkung von
Forschungs- und Gruppenprozess als Methode
4.1 Die Verschränkung von
Gruppeninteraktion und Textproduktion
4.2 Schritte des Verfahrens
5.
Methodologische Reflexionen
5.1 Das anwesende Subjekt:
'Störvariable' oder Experte?
5.2 Objektive Expertengeschichte
und subjektiver Handlungsraum
5.3 Der Gruppenprozess als
Konstruktionsprozess oder 'die allmähliche Verfertigung der Autobiografie im
Kollektiv ...'
|
|
Methodologische
Ausgangspunkte der KAF
|
|
|
Kritische Subjekttheorie und
Methode
|
|
Die "Kollektive-Autobiografie-Forschung" (KAF)
ist in den 80er Jahren von ZECH (vgl. 1983, 1988) als eine gruppenbezogene
qualitative Forschungsmethode zur Bearbeitung von autobiografischem Textmaterial
(Interviews oder verfasste Episoden und Geschichten) entwickelt worden. Der
theoretische Hintergrund der autobiografischen Forschung waren die Texte der
kulturhistorischen Schule der sowjetischen Psychologie und der Kritischen
Psychologie. Den allgemeinen Forschungsgegenstand bildet das individuelle
Gewordensein des Subjekts bzw. Formen seiner individuellen Handlungsfähigkeit
unter jeweils konkreten gesellschaftlichen Verhältnissen. Es wurde und wird
untersucht, wie sich Individuen aktiv und selbsttätig in die sie umgebenden
gesellschaftlichen Lebensbedingungen hinein entwickeln, dabei in der Veränderung
dieser Bedingungen ihre Persönlichkeit und Handlungsfähigkeit entfalten, aber
auch die vorhandenen ideologischen Anpassungsangebote realisieren und damit auf
Möglichkeiten ihrer Entwicklung verzichten. Analysiert wird also das Zueinander
der objektiven situationalen Handlungsbedingungen und der subjektiven
Handlungsbegründungen in seinen Auswirkungen für die individuelle Persönlichkeitsentwicklung.
[1]
Eine ausgearbeitete Methodologie und Methodik dazu hatte die Kritische Psychologie jedoch bis Anfang der 1980er Jahre kaum entwickelt. Einzig die Hamburger Frauenforscherinnen um Frigga HAUG hatten zeitgleich mit der ersten Version der KAF (vgl. ZECH 1983) ihre Methode der Erinnerungsarbeit vorgelegt, die ebenfalls den Anspruch hatte, eine kritisch-psychologische Forschungsmethode zu sein (vgl. HAUG 1983). Im selben Jahr erschien dann auch Klaus HOLZKAMPs "Grundlegung der Psychologie" (vgl. 1983). Der Anspruch,
mit der KAF eine subjektwissenschaftliche Forschungsmethode im Paradigma der
Kritischen Psychologie entwickelt zu haben, erzwang jetzt deren Überarbeitung
und Weiterentwicklung (vgl. ZECH 1988). In dem methodischen Vorgehen wird
versucht, die Trennung in Forschende und Erforschte aufzuheben, indem die
Theorien und Methoden von den Betroffenen angeeignet und im Rahmen eines
metasubjektiven Verständigungsrahmens methodisch kontrolliert auf sie selbst
angewendet werden. Neben der Herausarbeitung verallgemeinerter situationaler
Entwicklungstypen ist es ein Ziel der KAF, dazu beizutragen, dass sich die
Individuen in dem widersprüchlichen gesellschaftlichen Geflecht von
Entwicklungsmöglichkeiten und -behinderungen neue für sie bisher nicht
realisierte Möglichkeiten erschließen. Erforschung von Handlungsfähigkeit heißt
dabei nicht nur, deren Status quo zu erfassen, sondern immer auch bereits nach
deren möglichen Erweiterungen, im Sinne der 'Zone der nächsten
Entwicklung' (WYGOTSKI) zu fragen. [2]
|
|
|
Vier methodologische Forschungsschritte
|
|
Die Konstitution gesellschaftlicher Individualität wird
nicht als wie auch immer geartete Prägung begriffen, sondern als aktiver
Aneignungsprozess gesellschaftlicher Möglichkeiten in ihrer subjektiv zugänglichen
Form durch die Subjekte selbst. Dabei gestalten diese ihre Persönlichkeit und
entwickeln ihre Handlungsfähigkeit. Der Einsicht der subjektiven Funktionalität
sämtlicher menschlicher Lebensäußerungen folgend wurden autobiografische
Geschichten von Anfang an als Konstruktionen betrachtet ein Verständnis,
das sich in der Biografieforschung erst Ende der 90er Jahre allgemein
durchsetzte. Die Frage blieb, wie sich Gesellschaft in diesen subjektiven
Konstruktionen vermittelt. Um diesen Vermittlungsprozess aufzuschlüsseln, geht
die KAF grundsätzlich in vier Arbeitsschritten vor:
Produktion und Interpretation themenbezogenen
autobiografischen Materials,
Analyse der situationalen Bedingungen, unter
denen die erzählten Handlungen und Geschichten spielen (als Rekonstruktion
'biografischer Situationen', in denen sich gesellschaftliche Handlungsmöglichkeiten
brechen),
Rekonstruktion der subjektiven Begründungen,
mit denen die Individuen ihre Sicht der Bedingungen mit ihren vollzogenen
und beschriebenen Handlungen vermitteln (als 'Rekonstruktion subjektiver
Sinnkonstruktionen'),
Abstraktion der autobiografischen Forschungsergebnisse
in einzelnen Falltheorien und Verallgemeinerung über den Vergleich der
Einzelfälle. [3]
|
|
|
Die Bedeutung der Gruppe als Forschungsinstrument
|
|
Die eben skizzierten vier methodischen Schritte werden
kollektiv vollzogen. Das heißt, das tragende Grundprinzip der KAF ist, die
Gruppe (das 'Kollektiv') als Forschungsinstrument zu qualifizieren und zu
nutzen. Die Tatsache, dass im Forschungsprozess als Gruppenprozess der Einzelne
sowohl als Protagonist seiner Lebensgeschichte (als Akteur und
Betroffener), als Autor seiner Biografie, als Zeitzeuge
historischer Handlungszusammenhänge und als Forscher präsent ist,
verweist auch die Gruppe in jeweils unterschiedliche Rollen und Funktionen.2) [4]
|
|
|
Die Gruppe als erweitertes Erkenntnissubjekt
|
|
Subjektwissenschaftliche Theoriebildung hat einen
Doppelbezug zum Subjekt. Einerseits entwickelt sie Einzeltheorien (Theorien mit
konkretem aktualempirischem Gegenstandsbezug) auf der Basis allgemeiner
kategorialanalytisch gewonnener Grundbegriffe (einer allgemeinen Subjekttheorie,
s.o.). Andererseits 'emergiert' sie Theorien aktualempirisch radikal vom
Subjektstandpunkt. Das bedeutet, dass schlussendlich niemand anderes kompetent
Aussagen über ein konkretes Subjekt machen kann als dieses selbst. Gleichzeitig
kann es dies aber auch nicht, weil es auf der Basis seiner einzigartigen
Biografie und seiner selektiven Weltwahrnehmungen in seinen spezifischen
Deutungen sprich: Konstruktionen gefangen ist. Um diese Gefangenheit in
den eigenen Konstruktionen zu überschreiten, bedarf es reflexiver Anordnungen,
die in der KAF im theoretisch verfremdeten Blick auf die eigene verschriftlichte
Autobiografie gegeben sind. Dieser theoretische Blick auf das eigene Leben ist
eingelagert in die metasubjektive Perspektive der wechselseitigen Betrachtung
der Forschenden. Reflexion bedeutet hier im systemtheoretischen Sinn die
Beobachtung des eigenen Systems aus der Perspektive der Umwelt sowie eine
Beobachtung zweiter Ordnung, d.h. eine Umschaltung von der WAS-Beobachtung auf
die WIE-Beobachtung. Die Gruppe bietet hier die Möglichkeit, die Paradoxie des
in der eigenen Konstruktion gefangenen Experten des eigenen Lebens zu überschreiten.
[5]
|
|
|
Die Gruppe als Ort der Verunsicherung und Stabilisierung
|
|
Die Rückseite der wissenschaftlichen Aufklärung des
Gegenstandes ist die Selbstaufklärung der beteiligten Subjekte. Da die
Forschersubjekte zudem Teil der von ihnen erforschten gesellschaftlichen
Lebensbedingungen sind, und die wissenschaftliche Erkenntnis über die eigene
gesellschaftliche Vermitteltheit nicht von der Erweiterung der Bestimmung über
den eigenen Lebensprozess zu trennen ist, ist jeder handlungsorientierte
Forschungsprozess in gewissem Sinne immer auch eine Verunsicherung, eine
psychologische 'Therapie' für die daran Beteiligten (vgl. HOLZKAMP 1980,
S.6). Die quasi-therapeutische Verunsicherung ist hier impliziter Teil der
methodischen Vorgehensweise der Selbstaufklärung, und die Gruppe hat eine
stabilisierende Funktion als Bedingung der angestrebten Selbstveränderung. [6]
|
|
|
Die Gruppe als Qualifikationsinstanz und Ort des Lernens
|
|
Die KAF ist zudem als Lern- und Qualifizierungsmethode
konzipiert. Das Lernen ist die Bedingung der Forschung und die Voraussetzung der
angestrebten Erweiterung der individuellen Handlungsfähigkeiten der
Beteiligten. Die Forschung ist die Voraussetzung des Lernens, weil nur in der
erkennenden Überwindung des eigenen Gewordenseins erweiternde individuelle
Lernprozesse überhaupt denkbar sind. Die Forschungsgruppe hat dabei vier
Funktionen: Sie dient a) der theoretischen Qualifizierung der beteiligten
Subjektforscherinnen und -forscher und b) ihrer methodischen Qualifizierung zur
Fremd- und Selbstanwendung der einzelnen Verfahrensschritte; sie dient c) der
wechselseitigen Selbstaufklärung und d) der gemeinsamen Überwindung des
jeweiligen Status quo in der Erweiterung der individuellen Handlungsfähigkeit.
[7]
|
|
|
Der Forschungsprozess als Gruppenprozess
|
|
Die Forschungsmethode qualifiziert die Gruppe als
Kollektiv. Forschen im Kollektiv überschreitet individuelles Forscherhandeln
hin zum Gruppenhandeln. Die Bezüge einer 'Scientific Community' werden
sozusagen im Unmittelbaren, nicht erst über den öffentlichen Diskurs
vereinzelter publizierender Forschersubjekte hergestellt. Das gemeinsame
Herstellen eines Produktes, das gemeinsame Interesse an (Selbst-) Aufklärung
zwingt zu gemeinsamen Zielorientierungen, zum Aushandeln von Verbindlichkeiten
und zur Reflexion produktbezogener Abhängigkeiten. Der Forschungsprozess als
Gruppenprozess schließt somit auch Phänomene der sogenannten Gruppendynamik
ein, aber nicht als freischwebende Dynamiken unverbindlicher Ad-hoc-Gruppen,
sondern mit existentieller Relevanz. Die Möglichkeiten zur Erweiterung
individueller Handlungsfähigkeit sind dadurch in die Notwendigkeiten der
Erweiterung kollektiver Handlungsmöglichkeiten eingebettet. [8]
|
|
|
Die Gruppe als Spiegel und Reflexionsgegenstand
|
|
Der subjektwissenschaftliche Forschungsgegenstand wird von
der Forschungsgruppe nicht einfach per objektivierender Distanz erforscht,
sondern spiegelt sich zugleich in den Gruppenbeziehungen selbst. Die
Gruppenbeziehungen reproduzieren die jeweils kontextabhängigen Widersprüchlichkeiten
und Ambivalenzen mit gruppenspezifischen Abwehrfiguren, ideologischen Ein- und
Ausklammerungen von Wirklichkeiten und Gegenstandsperspektiven. Somit muss die
Gruppe selbst zum Gegenstand von Reflexion (Supervision) werden, um die Seiten
des Gruppengeschehens zu kontrollieren, die der (Selbst-) Aufklärung im
Wege stehen. [9]
|
|
|
Das Projekt "Politisierung der Subjekte im deutsch-deutschen Vergleich"
|
|
|
Die Geschichte der Ost-West-Forschungsgruppe bzw. -thematik
|
|
Im Herbst 1991 traf sich erstmals eine interdisziplinäre
Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Leipzig und Hannover.
Sie war aus dem Kontakt zwischen Stefan BUSSE und Rainer ZECH unmittelbar nach
der Wende hervorgegangen. Am Beginn stand die von Euphorie getragene Neugier
aufeinander. Erfahrungen wissenschaftlichen Arbeitens wurden ausgetauscht und
Forschungsprojekte vorgestellt. Man erzählte sich, wie das je eigene Leben in
die verschiedenen gesellschaftlichen Kontexte eingebunden war. Aus dieser
Begegnung ist ein gemeinsames Forschungsprojekt entstanden, dass die
Ost-West-Thematik zum Gegenstand nahm. Nach einigen methodologischen und
methodischen Diskussionen entschied man sich dafür, die KAF auf eine Frage der
politischen Sozialisationsforschung anzuwenden, weil sie wissenschaftlich das
fortsetzte, was spontan entstanden war: das wechselseitige Sich-Erzählen
autobiografischer Geschichten und Geschichte (vgl. BUSSE, ZECH 1994). Es ging
jetzt darum zu analysieren, wie sich die Betroffenen in ihren jeweiligen
gesellschaftlichen Systemen eingefädelt, angepasst oder widerständig gezeigt
und welche Folgen ihre je konkreten Verhaltensweisen für sie selbst als Persönlichkeiten
gehabt haben. [10]
|
|
|
Gemeinsame theoretische und
sozialisatorische Hintergründe
|
|
Das wechselseitige wissenschaftliche Verstehen ging
vergleichsweise reibungslos vonstatten, hatte man sich ohne voneinander zu
wissen doch an den gleichen theoretischen Konzepten orientiert (vgl. für
den Ost-Teil der Gruppe ALBERG 1990). Auch die jeweiligen Sozialisationen im
'linken' Hochschulmilieu wiesen bei allen Unterschieden der
Gesellschaftssysteme gewisse Gemeinsamkeiten auf, die das spontane Verständnis
erleichterten. Die Tatsache, dass die deutsch-deutsche Forschungsgruppe noch
heute besteht, zeigt, dass die Überwindung der ebenfalls vorhandenen
Unterschiede gelungen ist und das wechselseitige Verständnis Bestand hat. Dies
ist bei den nach der Wende entstandenen Forschungsgruppen nicht selbstverständlich;
bei vielen hat Streit und Unverständnis bald zur Auflösung geführt. [11]
|
|
|
Die intersubjektiv vollzogene deutsch-deutsche Vereinigung
|
|
Die Begegnung von Sozialwissenschaftlerinnen und
-wissenschaftlern aus Ost und West war möglich geworden durch den Zerfall des
ostdeutschen Realsozialismus, der an seinen eigenen inneren Widersprüchen
zerbrochen war. Die in der Forschungsgruppe erreichte deutsch-deutsche
Vereinigung vollzog sich in Parallelität zur Vereinigung auf
gesellschaftspolitischer Ebene. Die subjektwissenschaftliche Analyse der
Biografien der Beteiligten ermöglichte diesen das Verständnis untereinander
und der jeweiligen Gesellschaften. Die Erforschung der Thematik der
unterschiedlichen politischen Sozialisationen in Ost und West war zugleich das
parallele Erarbeiten der Bedingungen wechselseitigen Verstehens. Selbst-Verständnis
und Gesellschafts-Verständnis waren in der KAF von je her zwei Seiten einer
Medaille gewesen. Mag sein, dass der Prozess in der Forschungsgruppe deshalb
gelungen ist, weil sich beide Seiten hierbei zur Disposition, zur Befragung und
zur Erklärung stellten. Gesamtgesellschaftlich sind jedenfalls die Unterschiede
noch oder wieder groß; hier führte die Ungleichheit der Ausgangsbedingungen
nicht zur Horizontalität der Beziehungen, sondern reproduzierte neue Vertikalitäten
(vgl. AHBE 1994 und 1999). [12]
|
|
|
Empfindlichkeiten und Lernprozesse
|
|
Die Dynamik der deutsch-deutschen Forschungsgruppe verlief
indes nicht ohne Friktionen und gelegentlicher Dramatik. Die Ossis neigten zu
Verteidigungshaltungen und fühlten sich leicht angegriffen, wenn sich Wessis in
distanzierter Ironie zur Gesellschaft und zu ihren eigenen Geschichten äußerten.
In beidem im Verhältnis zur eigenen Gesellschaft und zur eigenen erzählten
Geschichte war bei den Ossis mehr 'Herzblut' involviert. Sie waren auch
objektiv in der Situation, ihr vergangenes und abgeschlossenes
gesellschaftliches Leben sowie ihre individuelle Beteiligung erklären zu müssen.
Die Wessis leben in einer zwar veränderten, aber nicht grundsätzlich in Frage
gestellten Kontinuität. Die andere Seite der östlichen Verteidigungshaltungen
waren gelegentliche Selbstbezichtigungen gewissermaßen als Identifikation
mit dem Aggressor. Wessis waren verletzt, wenn ihre Bemühungen zur Integration
der neuen Brüder und Schwestern nicht den verdienten 'Dank' erhielten.
Hierin zeigt sich versteckt die Ungleichheit der kommunikativen
Ausgangsbedingungen. Diese beidseitigen Empfindlichkeiten hätten, wenn sie
nicht wiederum zum Gegenstand der Forschung gemacht worden wären, leicht zum
Scheitern der Gruppe führen können. So waren sie Ausgangspunkt von
Lernprozessen für ein vertieftes wechselseitiges Verstehen, für Anerkennung
und Achtung der Unterschiede einer 40 Jahre getrennten deutschen Geschichte, die
sich eben auch in den Biografien und Autobiografien der Beteiligten ausdrückte.
[13]
Die weiteren subjekt- und biografietheoretischen
Voraussetzungen und empirischen Ergebnisse dieses Projektes werden hier nicht
weiter dargestellt, weil an dieser Stelle vor allem deren methodologischer
Rahmen und das methodische Prozedere der Kollektiven-Autobiografie-Forschung
interessieren soll (vgl. zu inhaltlichen Ergebnissen ZECH 1995 und BUSSE, EHSES
& ZECH 1999). [14]
|
|
|
Die Verschränkung von Forschungs- und Gruppenprozess als Methode
|
|
|
Die Verschränkung von Gruppeninteraktion und Textproduktion
|
|
Die oben gesetzten methodologischen Prämissen waren
freilich nicht einfach axiomatische Ausgangspunkte, die im Rahmen des
Politisierungsprojektes bruchlos in methodisches Handeln umgesetzt wurden. Zum
einen implizieren sie auch einen 'Überschuss' an methodischen
Idealsetzungen, zum anderen bedarf das realisierte methodische Prozedere auch
weiterer methodologischer Reflexion. Einiges davon wird unten noch Erwähnung
finden. Doch zunächst zum methodischen Prozedere selbst. [15]
Die nunmehr zu skizzierende Schrittfolge des
Forschungsverfahrens ist eine Verschränkung eines mehrstufigen Prozesses der
Datengewinnung, über die Datenanalyse bis hin zu Theoretisierung und Veröffentlichung
des Materials mit unterschiedlichen Settings des Gruppenhandelns. Die folgende
Beschreibung ist selbst ein Ergebnis des Prozesses und gibt seine Logik, nicht
aber immer seine reale Abfolge wieder. [16]
Zum einen sind die Arbeit und die Funktion der Teilgruppen
und der Plena zu unterscheiden:
Funktion der Teilgruppen: Datenproduktion,
Datenanalyse und Auswertung, Theoretisierung des Fallmaterials
Funktion des Plenums (Gesamtgruppe): Theorie-
und Methodendiskussion, verallgemeinernde Theoretisierung der Fälle,
Evaluierungs- und Reflexionsinstanz bezüglich der einzelnen methodischen
Schritte und (Selbst-)Erfahrungen in der Teilgruppenarbeit [17]
Zum anderen ist die Teilgruppenarbeit als eine Verzahnung
von Gruppeninteraktion und Textproduktion zu verstehen. Jede
Gruppeninteraktion basiert auf einem Text und produziert einen neuen Text, der
wiederum den operativen Ausgangspunkt für eine neue Gruppeninteraktion schafft
(Zur Verdeutlichung des Verfahrens vgl. Abb. 1). [18]

Methodologisch galt es in allen interpretativen Prozessen,
eine Distanz zwischen der realen Person und deren realem Leben auf der einen und
der Autobiografie als Text auf der anderen Seite herzustellen. Eine methodisch
kontrollierte Selbst-Distanz der Betroffenen war zwingend notwendig, um die
Aufhebung der Trennung von Erforschenden und Beforschten zu ermöglichen. Der
theoretisch verfremdete Blick auf die eigene verschriftlichte Autobiografie
wurde dadurch erleichtert, dass in der methodisch kontrollierten Sprachregelung
der Gruppe immer im Modus der dritten Person, d.h. dem 'Protagonisten' und
dem 'Autor' des zu interpretierenden Textes, verhandelt wurde. Damit war nie
die Person des Interviewten Gegenstand der Interpretation, sondern immer nur der
Text eines Autors über die autobiografischen Handlungen eines
Protagonisten! Die Person selbst interagierte hier als 'Subjekt der
Interpretation' in den Rollen des Zeitzeugen und des Forschers. Das Subjekt
war also während des gesamten Forschungsprozesses permanent anwesend: als
Protagonist, als Autor, als Zeitzeuge und als Forscher. [19]
Im Folgenden wird ein mehrstufiger kollektiver Prozess
dargestellt, der ausgehend von der biografischen Beschreibung über Auflösung
jeweils vorangegangener Konstruktionen und neuerlichen Synthetisierungen
schrittweise zu einer Fallverdichtung führt. [20]
|
|
0. Biografisches Geschehen als ungeschriebener Text
Diese Nullstufe muss logisch vorausgesetzt werden, damit
die Erzeugung eines autobiografischen Textes überhaupt möglich ist. Das
biografische Geschehen ist vor allem als Erinnerung, aber nicht als fertiger
Text verfügbar. Es steht dem Subjekt wie das die Ergebnisse der modernen
kognitiven Psychologie nahe legen (vgl. SCHACTER 1999) als unterschiedliche
Engramme, (Teil‑) Szenen, Episoden, als raumzeitlich indizierte Skripte zu
Verfügung. Über sie hat das Subjekt einen erinnernden Zugang zu den
Handlungsanforderungen und -begründungen, die biografisches Geschehen generiert
haben (vgl. ROSENTHAL 1995). Gleichwohl harren diese Erinnerungen auf einen
Erinnerungsanlass (hier unsere Aufforderung zum autobiografischen Erzählen),
durch den die autobiografische Erzählung als Text aktiv konstruiert wird. [21]
1. Schritt: Produktion des autobiografischen Textmaterials
Zur Produktion des autobiografischen Materials wurden zehn narrative Interviews durchgeführt. Der Erzählimpuls'Wann kam das Politische
in deine Biografie, wann und wie wurde dir klar, dass du in politischen Verhältnissen
lebst?' war der jeweilige Ausgangspunkt, von dem aus der Erzähler seine Erzählung
entfaltete. Die im narrativen Interview übliche Sparsamkeit oder gar Abstinenz
an Interventionen wurde in manchen Interviews nicht nur durch Nachfragen,
sondern auch durch ('unerlaubte') Kommentare, Konfrontationen unterbrochen.
Dadurch dass Interviewende und Interviewte in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe
involviert waren, kam dies einer natürlichen Erzählsituation ziemlich nah, so
dass wir hier von einer dialogischen Erzeugung des autobiografischen Textes
ausgehen können und müssen. [22]
2. Schritt: Transkription des Interviewmaterials durch den
jeweiligen Autor
Die Transkription des biografischen Interviews erfolgte
durch den Autor der autobiografischen Erzählung selbst. Der verschriftlichte
Text war die operative Basis für die nächste Gruppeninteraktion. [23]
3. Schritt: Interpretation des Materials durch die
Teilgruppe
In Vierergruppen wurde unter Einschluss des Protagonisten
der autobiografische Interviewtext interpretiert. Die Gruppenzusammensetzung
sollte die kulturelle Differenz (Ost/West und Männer/Frauen) bei der
Interpretation nutzen. [24]
Die Textanalyse selbst diente dazu, die implizite
Dramaturgie des Textes zu rekonstruieren. Nach einer assoziativen Annäherung an
den Text durch die Interpreten wurde der Text in seiner Gliederung nach Einführung/Ouvertüre,
Haupt- und Nebengeschichten etc. vor allem szenisch-strukturell analysiert.
Mittels mottohafter Überschriften wurden Textbausteine unter Erzählfoki
subsumiert. Interpretationsperspektive waren nicht vorab gebildete Kategorien,
sondern folgende Fragestellungen:
Welche politischen/kulturuellen Handlungsräume
entfaltet und beschreibt der Erzähler ('implizite Bedingungsanalyse')?
Wie drückt sich dies in der 'Architektur' seines
Textes aus?
Wie erklärt und begründet er darin sein Handeln
('implizite Begründungsanalyse')?
Welches Gesamtmuster entfaltet er, um die eigene
Handlungsfähigkeit zu sichern? [25]
4. Schritt: Zusammenfassende Verschriftlichung der
Interpretation
Der Ausgangspunkt dieses Schrittes sind die
Tonbandprotokolle der Gruppeninterpretation und zwar der letzten
Interpretation, auf die sich die Gruppe geeinigt hat. Der wörtliche Text wird
zu einem Interpretationstext verdichtet. Der Autor dieses neuen Textes
ist wiederum der Autor des Interviews; der nunmehr vorliegende Text ist ein
Metatext, der die implizite Geschichte des Interviews sozusagen nochmals erzählt
und dabei beschreibt, wie der Autor seine autobiografischen Erzählung im Sinne
der eben aufgeführten Fragestellungen konstruiert hat. [26]
Der Autor des jeweils ausgewerteten Textes war dabei dem
Protokoll der Teilgruppe verpflichtet, er hatte allerdings auch die Freiheit der
eigenen Interpretation insofern, als er nicht den Prozess protokollierte,
sondern eine verdichtende Beschreibung der Interpretation lieferte, auf die sich
die Gruppe schließlich geeinigt hatte. Die Protokollierung der interaktiven
Aushandlung der Interpretation selbst wäre freilich eine weitere wichtige
Quelle für die Interpretation des interaktiven Konstruktionsprozesses. Mittels
der 'Übertragungs- und Spiegelungsphänomene' wiederholt und spiegelt sich
partiell die Dynamik der inszenierten und erzählten autobiografischen Szenerie
in der Dynamik und kommunikativen Anordnung der Interpretationsgruppe (gerade im
Kontext des politisch aufgeladenen Ost-West-Themas und auch durch die jeweiligen
Differenzierungen entlang der Geschlechter). Wir haben diese Quelle nicht
systematisch genutzt, gleichwohl hat sie auf der nächsten Stufe der
Theoretisierung eine Rolle gespielt. [27]
Insgesamt entsteht auf dieser Stufe so ein neuer synthetischer
Text, eine schriftliche Fallgeschichte als Geschichte dieses
Falls , die die Interpretationsgrundlage für die nächste, theoretische
Interaktion liefert. [28]
5. Schritt: Theoretisierung der Interpretation
Wiederum wurden Vierergruppen (nach dem Ost/West- bzw. Männlich/Weiblichschema)
mit dem Ziel gebildet, die Fallgeschichte in einer Falltheorie einer
Theorie dieses Falls weiter zu verallgemeinern. Es ging darum, die
strukturelle Logik und Konstruktion des Falls nachzuzeichnen. Dabei wurden die
Forschungsfragen aus den theoretischen Plenumdiskussionen expliziter an den Fall
herangetragen und zugleich aus dem Material Forschungskategorien gewonnen:
über die Konstruktion des politischen Handlungsraumes
durch den Protagonisten/Autoren (Diese wurden zu den bedingungsanalytisch
gewonnenen Vorstellung über die 'objektiven' Handlungsmöglichkeiten
z.B. der DDR und/oder BRD in den 1970er/80er Jahren ins Verhältnis gesetzt,
welche mittels theoretischer Arbeit im Plenum gewonnen worden waren.),
über die für diesen Fall typischen Handlungsbegründungen,
über die subjektiven Gewinne und Kosten von
Handlungsmustern und Begründungen (Analyse der subjektiven Funktionalität
der Handlungsfähigkeit der Protagonisten),
über den autobiografischen Erzählmodus als
Fortsetzung und Durchbrechung des biografischen Handlungsmusters. [29]
Der synthetisierte Interpretationstext wurde durch
die theoretisierenden Gruppendiskussionen sozusagen wieder in einen interaktiven
Text aufgelöst.
Als Indiz für die Relevanz der Gruppendiskussionen als
Aushandlungsprozess von Deutungsvarianten (der ja in der ersten
Verschriftlichung sozusagen getilgt wurde, s.o.) steht dabei die Tatsache, dass
gerade in dieser Phase der Theoretisierung von den Teilnehmerinnen und
Teilnehmern immer wieder spontan auch der ursprüngliche Interviewtext als
Theoretisierungshilfe herangezogen wurde. Hier konnte auch nochmals kritisch
geprüft werden, inwieweit die Interpretationsgruppe (5. Schritt) den
ideologischen Spuren des Autors gefolgt (ihm quasi auf 'den Leim gegangen'
war) oder auch umgekehrt, inwiefern die Gruppe versucht hat, sich gegen die
interpretatorische Perspektive, gegen die Selbstsicht des Autors durchzusetzen.
So hat die Theoretisierungsphase über die bloße Theoretisierung hinaus
nochmals eine wichtige Reflexions- und Abgleichungsfunktion für die Gruppe und
den Autor. [30]
6. Schritt: Verschriftlichung der Theoretisierung
Die Tonbandprotokolle der Theorieteilgruppe waren die
Grundlage für einen weiteren Schritt der Textproduktion. Wiederum hatte der
Autor des Interviewtextes, in der Rolle des protokollierenden Forschers, die
Aufgabe, die Diskussion anhand der 'letzten Variante' der interaktiv
erzeugten Theoretisierung in eine konsistente Falltheorie als Theorie
über diesen Fall zu überführen. Auch dies ist ein aktiver
Konstruktionsprozess, in dem ein interaktiver Text zu einem theoretischen
Text synthetisiert wird. [31]
7. Schritt: Verallgemeinerung als Fallvergleich
Eine weitere Stufe struktureller Verallgemeinerung wurde
durch Fallvergleich und Fallkontrastierung im Plenum über die
einzelnen Teilgruppenergebnisse realisiert. Bei der Herausarbeitung von
Falltypischem als theoretischer Übergang von 'diesem Fall' zu einem
'solchen Fall' ging es um eine doppelte Verallgemeinerungsperspektive:
a) Mit Bezug auf die Bedingungsanalyse ging es um
die typischen gesellschaftlich präformierten Handlungssituationen, die
bestimmte Aufgaben definierten, bestimmte Handlungsalternativen anboten,
bestimmte widersprüchliche Handlungssituationen vorgaben und bestimmte
ideologische Deutungsangebote für die Selbst- und Weltsicht für den Handelnden
nahe legten; mithin ging es um die Rekonstruktion bestimmter gesellschaftlicher
Diskurslogiken, die dem Subjekt die Fassung und Ausblendung von Realität
anboten. [32]
b) Mit Blick auf die Begründungsanalyse ging es um
die typischen biografisch entstandenen Muster von Handlungsregulierung und Bewältigungsroutinen
im Umgang mit gesellschaftlich definierten bzw. politisch indizierten
Handlungssituationen, in denen Macht, Abhängigkeit von und Umgang mit Autorität,
das Zueinander von individuellen, gruppenspezifischen und gesellschaftlichen
Interessen, von Ideologie und gesellschaftlichem Auftrag, politischen Handlungen
und politischen Strukturen (Partei etc.) eine Rolle spielten. [33]
c) Schließlich wurde beides synthetisiert, um das individuelle
biografische Handlungsmuster als typischen Fall unter definierten
gesellschaftlichen Handlungssituationen ('als Fall von...') verständlicher
zu machen. Hier wurden die Ergebnisse der Bedingungsanalyse expliziter mit begründungs-
und musterbezogenen Falltheorien in Beziehung gesetzt. Der Sinn des
Fallvergleiches bestand somit darin, Typisches von nur Ephemerem zu
unterscheiden bzw. auch den jeweiligen Fall als Variante eines Allgemeineren zu
bestimmen. [34]
Als leitendes Unterscheidungskriterium haben wir die
naheliegenden Merkmale Ost/West, Mann/Frau herangezogen und haben
Gemeinsamkeiten und Unterschiede sondiert, um zunächst hypothetische Aussagen
über biografische Politisierungsmuster machen zu können. Wenn man davon
ausgeht, dass es nur endliche Varianten von Handlungsfähigkeit unter bestimmten
gesellschaftlichen Situationen gibt, dann wird man so auch zu Typen und
Grundvarianten von subjektiven Regulierungsformen bzw. Mustern gelangen können
(vgl. BUSSE, EHSES & ZECH 1999). [35]
Diese Stufe der kollektiven Typisierung operierte wiederum
auf den synthetisierten Texten (der Theoretisierung) und löste diese abermals
interaktiv auf. Dies war die Voraussetzung für eine erneute Textproduktion im
Kontext von Veröffentlichungen. [36]
8. Schritt: Veröffentlichung
Die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen mag eine
Trivialität bzw. Selbstverständlichkeit am Ende eines jeden
Forschungsprozesses sein. Veröffentlichung suggeriert jedoch, dass Ergebnisse
oder Texte als besondere Form von Daten und besondere Formen von
Datenverallgemeinerung nur noch an die Öffentlichkeit getragen werden müssten.
Dies übersieht, dass hier ein weiterer ernstzunehmender und methodologisch
nicht zu unterschlagender Konstruktions- und Synthetisierungsschritt vollzogen
wird. Dies mindestens aus den folgenden zwei Gründen: [37]
a) Veröffentlichungen sind immer anlassbezogen und folgen
einer Fragestellung; sie sind Inszenierungen im Rahmen von Veröffentlichungserwartungen
und -routinen, z.B. einer bestimmten Zeitschrift oder eines Tagungsthemas, die
unweigerlich einen interpretatorischen Fokus setzen, auf den hin das Material
nicht neu erfunden, aber zugespitzt, apostrophiert wird. Das kann das
Erkenntnisinteresse sogar neu zentrieren und neue Sichten auf das Material
werfen (Unsere Teilnahme an der Tagung "Die Gruppe als Erkenntnisinstrument
der qualitativen Forschung" im Oktober 1999 an der Universität Bremen hat die
hier in diesem Aufsatz skizzierte Sicht auf unseren eigenen Forschungsprozess in
der durch die Fragestellung erzwungenen Prägnanz erst herausgefordert.). [38]
b) Das Verhältnis von Erkenntnisprozess und
Erkenntnisdarstellung kehrt sich bei der Veröffentlichung in der Regel um. Das
hat u.a. eine Zweck-Mittel-Verkehrung von empirischem Material und theoretischen
Aussagen zur Folge: Das empirische Material wird nicht mehr mühsam
durchforstet, um zu verallgemeinerten theoretischen Aussagen zu kommen, sondern
es bekommt vor allem die Funktion, ein theoretisches Elaborat zu belegen,
empirisch zu sichern und zu erden. Das führt zwangsläufig bei aller
selbstauferlegten Datentreue zu Akzentuierungen, die das Material in ein
spezifisches Passepartout setzen. Aus der möglichen Datenfülle muss ausgewählt
werden; sie muss verdichtet werden, um die theoretischen Aussagen in einem
leserbezogenen Text zu plausibilisieren. Man behilft sich für eine solche
Datenreduktion oft mit beispielhaften Zitierungen oder wie wir es an anderer
Stellen getan haben (vgl. BUSSE, EHSES & ZECH 1999) mit der Produktion
weiterer synthetischer Texte, in denen ein Fall nochmals erzählt oder
theoretisch entworfen wird (die ca. zehnseitigen Falltheorien sind dabei
nochmals veröffentlichungshandlich gemacht worden). In jedem Fall handelt es
sich um eine weitere Konstruktionsstufe. [39]
|
|
|
Methodologische Reflexionen
|
|
Uns wesentlich erscheinende methodologische Probleme haben
wir bereits im Zuge der Darstellung expliziert. Einiges, das vor allem durch die
spezifische Anordnung unseres Forschungsdesigns zum Tragen kam, sei hier
abschließend nochmals als grundsätzliches Problem aufgeworfen. [40]
|
|
|
Das anwesende Subjekt: 'Störvariable' oder Experte?
|
|
Qualitative Forschung zeichnet sich in ihrem Selbstverständnis
gerade dadurch aus, dass sie das klassische Objektivitätsproblem zumindest
relativiert. Die Subjektivität des Forschers und die unkontrollierte
Subjektivität des Erforschten sollen nicht einfach per Kontrolle aus dem
Forschungsprozess ausgeschlossen, sondern selbst als reflexive Erkenntnisquelle
genutzt werden. Dennoch dürfte auch beim qualitativen Forschen die Nichtpräsenz
(oder Aussperrung?) des für den Forschungsprozess 'unqualifizierten'
Subjekts der Regelfall sein. Höchstens wird versucht, durch die
'kommunikative Validierung' mit den erforschten Subjekten das Gefälle
zwischen Forschenden und Erforschten nachträglich wieder partiell zu mildern.
Welche Konsequenzen aber hat die permanente Präsenz des erforschten Subjekts im
Forschungsprozess? Eines ist bereits deutlich geworden: Die permanente Präsenz
des Subjekts macht eine kommunikative Validierung als ständige Instanz nicht
einfach nur möglich und notwendig, die Frage ist vielmehr, als 'wer' oder
'was' das erforschte Subjekt im Forschungsprozess jeweils agiert und
angesprochen wird. Die oben skizzierten Rollen sind unterschiedliche
validierende Ansprachen an das Subjekt, die der Einübung einer dialogischen
Kompetenz in der Handhabung dieser Rollen entsprechen. Das klassische Problem
der Kontrolle des Subjektivitätsmoments wird so zu einem Qualifizierungsproblem
für die qualitative Forschung, weil das Subjekt nicht nur als Betroffener und
Experte seiner bloß subjektiven Sicht angesprochen wird, sondern in variierenden
Expertenschaften. Das Problem der 'Erziehung zur guten Versuchsperson'
(Lewin) in der klassischen Psychologie reüssiert hier zum Kommunikations- und
Qualifizierungsproblem des Gruppenmitgliedes und der ganzen Gruppe. [41]
Methodische Regulierungen waren somit erforderlich, um
dieser komplexen Anforderung gerecht zu werden: Als Interpretationsgrundlage
wurde zwar allein der transkribierte Text und die Äußerungen der
Beteiligten aus den Rollen der Zeitzeugenschaft und/oder des Forschers
zugelassen, methodisch zu kontrollieren und zu reflektieren waren jedoch
auch die Spontaneinwürfe der betroffenen Protagonisten/Autoren. [42]
Entweder waren dies:
a) begründungsbezogene Einwürfe
(Handlungsrechtfertigungen): Diese wurden bei starkem Votum des Autors
einbezogen, aber nicht als Korrektur des Interviewtextes, sondern nur als
konkurrierende Interpretationen, die auch ein anderer der Interpretationsgruppe
hätte einbringen können, denn möglicherweise stand der Interpretation der
Gruppe nicht nur die korrigierende Interpretation durch den Autor kritisch
entgegen, sondern auch der 'rechtfertigenden Begründung' des Autors der
bereits produzierte Text. Dabei bezogen sich solche kritischen Einwände sowohl
auf die Protagonistenperspektive ('Ich habe damals so gehandelt, weil...')
als auch auf die Autorenperspektive ('Ich habe im Interview so reagiert,
weil...'). Solche Einwürfe produzieren im Prinzip aber immer neues
Datenmaterial, dessen 'Zulässigkeit' selbst Gegenstand einer interaktiven
Aushandlung der Gruppe zu sein hat. [43]
Oder es waren:
b) bedingungsbezogene Einwürfe: Hier konnte der
Autor mitunter Kontextwissen liefern, das eine Handlung/Auslassung/Begründung
verständlicher machte. Aber auch hier musste die Zulässigkeit bei Wahrung der
Textautorität durch die Gruppe kritisch geprüft werden, ob also eine solche
Einlassung wirklich wichtig und einschlägig war, um etwa eine Textpassage
besser zu verstehen, oder ob sie entbehrlich und nur dem ungestillten Erzähl-
und Rechtfertigungsbedürfnis des Protagonisten/Autors geschuldet war. Auch das
war Gegenstand des Aushandlungsprozesses der Gruppe. [44]
Dennoch setzte am Ende der Interpretation ein wichtiges
methodologisches Prinzip ein: Das letzte Wort hat der Autor! Dies aus
folgenden Gründen:
a) Der Autor ist nicht nur Experte seiner Geschichte.
Durch den gemeinsam in der Gruppe vollzogenen Interpretationsprozess, durch den
methodisch explizierten äußeren Dialog zwischen den Rollen des
Protagonisten, des Autors, des kommunizierenden Zeitzeugen und des
interpretierenden Forschers wird auch der innere Dialog zwischen diesen
Rollen in den beteiligten Subjekten qualifiziert. Das heißt, das Subjekt ist
nicht nur Experte seiner Geschichte (im Zustand einer
"Urzentrierung"); es wird auch zum Experten einer reflexiven
Selbstverarbeitung seiner Geschichte (über den durch den Gruppenprozess über
eine "Dezentrierung" vollzogenen Modus einer
"Rezentrierung", vgl. diese drei Modi der Welt- und Selbstaneignung bei
RAEITHEL 1984). [45]
b) Da die Erweiterung der Handlungsfähigkeit der
Protagonisten im Rahmen dieses Settings nur über die Veränderung der
Selbstbeschreibung möglich ist, darf die produzierte Interpretation die
Reinterpretationsfähigkeit des Autors nicht überschreiten, d.h. es gilt,
die 'Zone der nächsten Entwicklung' als 'Zone der nächstmöglichen
Selbstbeschreibung' zu finden bzw. nicht zu überschreiten. Schließlich wird
den einbezogenen Subjekten durch die Interpretationsmacht der Gruppe und durch
die Nichthintergehbarkeit ihres produzierten Textes einiges an Irritation,
Verunsicherung und Entmystifizierung zugemutet. Damit ist der
Interpretationsprozess ein Aushandlungsprozess nicht nur hinsichtlich seiner
inhaltlichen Dimension, sondern auch mit Bezug auf mögliche
Handlungserweiterungen und Veränderung des Subjekts bzw. durch das Subjekt.
Denn die Aufarbeitung der Geschichte ist letztendlich nicht allein einer
abstrakten aufdeckenden Wahrheit verpflichtet, sondern vor allem der Veränderung
und Veränderungsfähigkeit der Subjekte. [46]
|
|
|
Objektive Expertengeschichte und subjektiver Handlungsraum
|
|
Das Objektivitätsproblem hat uns noch von einer anderen
Seite eingeholt nämlich bezüglich der gesellschaftlichen Handlungskontexte
und darin gesellschaftlich vermittelter Handlungssituationen, die ihrerseits in
den Geschichten und Konstruktionen der Autoren auftauchen. Hier hatten wir zunächst
die Illusion, wir könnten die Verhältnisse, wie sie im Osten oder Westen
realiter gewesen sind, irgendwie als 'objektives Eichmaß' an die
subjektiven Konstruktion legen, um zu rekonstruieren, wie es in Kontrastierung
zu den Geschichten der Autoren eigentlich gewesen ist. Aber: erstens sind
auch die konkret historischen Verhältnisse wie jedes Reden über Geschichte
immer überindividuelle Konstruktionen; zweitens geben sie selbst den Stoff,
aus dem die individuellen Konstruktionen gewoben sind (Ideologievermittlung).
Dies führte mitunter zu einem Rollenkonflikt zwischen dem 'Autor' als
Oralhistoriker und dem 'Forscher' als Expertenhistoriker (der sich anhand
wissenschaftlicher Literatur z.B. über die DDR in den 1970er Jahren kundig
gemacht hat). Wie ist dieser Widerspruch als Quelle der Erkenntnis nutzbar? Hier
wäre das Konzept der 'biografischen Situation' (Leu 1999) in seiner
methodologischen Relevanz genauer zu sondieren. Schließlich ist ein konkretes
Subjekt nicht in der DDR der 1970er Jahre 'an sich' aufgewachsen, sondern
die DDR hat sich ihm über biografische Situationen so und einem anderen
Subjekt schon wieder anders vermittelt. Hieraus wird erklärlich, dass
individuelle Subjekte, die sich in scheinbar identischen objektiven Handlungsräumen
aufgehalten, realiter in unterschiedlichen biografischen Umwelten agiert haben.
Was wir von einer Bedingungsanalyse erwarten können ist nur, dass Handlungsmöglichkeiten
eines definierten Handlungsraumes umrissen werden, in denen sich die Subjekte so
oder so verhalten können. Hier dürfte allein als Objektivitätskriterium
gelten, dass objektive Handlungsvarianten prinzipiell endlich sind und
bestimmte Varianten sozusagen gar nicht vorkommen können. [47]
|
|
|
Der Gruppenprozess als Konstruktionsprozess oder 'die allmähliche Verfertigung der Autobiografie im Kollektiv ...'
|
|
Dazu ist bereits Wesentliches gesagt worden. Die
Transformation eines 'inneren Textes' (Erinnerung) in eine synthetische
autobiografische Falltheorie ist ein Prozess, in dem Bedeutungen produziert,
aber auch vernichtet werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein
Forschungsprozess nicht einfach über einen exterritorialen Forschungsgegenstand
operiert, sondern von diesem auch umschlossen ist und eingeholt wird. Es wäre
genauer zu reflektieren, wie die Gruppe als Vermittlung zwischen individueller
und gesellschaftlicher Handlungsebene auch ein Thema wie das der
'Politisierungsmuster' in ihrem Gruppenprozess selbst spiegelt und
fortschreibt. Im Fall unseres Projektes muss beispielsweise gefragt werden, wie
Besonderheiten ost-west-deutscher Politisierung und aktuelle Probleme des
Ost-West-Diskurses mehr oder weniger blind im Gruppenprozess durchgeschlagen
haben oder hier auch zur Reflexion gekommen sind. Inwiefern also
Ost-West-Probleme im Gruppenprozess zum Tragen kamen (vgl. 3.4), wäre nicht
allein die Frage nach der internen Gruppendynamik als solcher, sondern danach,
wie umgreifende Diskurseinbindungen den Gruppendiskurs bestimmt haben. Das heißt,
angefangen von der interaktiven Erzeugung eines biografischen Interviews bis zur
Veröffentlichung haben wir es immer mit einem mehrstufigen Konstruktionsprozess
zu tun, in welchem Texte synthetisiert und wieder interaktiv aufgelöst werden,
in dem die jeweiligen Zwecke und Intentionen der Forschenden den
Forschungsgegenstand mitkonstituieren. Das ist ein Umstand, der auch durch die
neueren Perspektiven einer narrativen Psychologie bislang nur auf der
Gegenstandsseite, aber kaum auf der Seite der Forschung genügend gewürdigt
worden ist. [48]
1) Überarbeiteter Vortrag, gehalten auf
der Tagung "Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken ..." über
qualitative Methoden der Psychologie Schwerpunkt: "Gruppe als
Erkenntnismittel" der Neuen Gesellschaft für Psychologie vom 1. bis 2.
Oktober 1999 an der Universität Bremen, Institut für Psychologie und
Sozialforschung. <zurück>
2) Weil es sich um Rollen und nicht um konkrete Menschen
handelt, wird ausschließlich die männliche Sprachform verwendet. <zurück>
Ahbe, Thomas (1994). Im deutschen Klärwerk.
Thesen über die kulturelle Vereinigung. Comparativ Leipziger Beiträge
zu Universalgeschichte und vergleichenden Gesellschaftforschung, 1, 80-89.
Ahbe, Thomas (1999). Ostalgie als Laienpraxis. Berliner
Debatte INITIAL, 3, 87-97.
Alberg, Traudl (Hrsg.) (1990). Psychologische
Probleme individueller Handlungsfähigkeit. Karl-Marx-Universität Leipzig,
Sektion Psychologie.
Busse, Stefan & Zech, Rainer (1994). Fremd-
und Selbstpolitisierung im deutsch-deutschen Vergleich. Ein Projekt. Zeitschrift
für Politische Psychologie, 3, 263-265.
Busse, Stefan; Ehses, Christiane & Zech,
Rainer (1999). Biografische Muster in deutschen Politisierungsprozessen. Journal
für Psychologie, 7(3), 10-32.
Busse, Stefan & Zech, Rainer (1999).
Sozialisationsdiskurs im Realsozialismus. Ein deutsch-deutscher Versuch, sich
verständlich zu machen. In Hans Rudolf Leu & Lothar Krappmann (Hrsg.), Zwischen
Autonomie und Verbundenheit. Bedingungen und Formen der Behauptung von
Subjektivität (S.191-238). Frankfurt a.M.: Suhrkamp.
Haug, Frigga (1983). Erinnerungsarbeit. In dies.
(Hrsg.), Frauenformen 2. Sexualisierung der Körper. Argument Sonderband AS
90 (S.8-40). Berlin: Argument.
Holzkamp, Klaus (1980). Einleitung. In Ole
Dreier, Familiäres Sein und familiäres Bewußtsein. Therapeutische Analyse
einer Arbeiterfamilie (S.1-7). Frankfurt/Main, New York: Campus.
Holzkamp, Klaus (1983). Grundlegung der
Psychologie. Frankfurt/Main, New York: Campus.
Leu, Hans Rudolf (1999). Die "biografische
Situation" als Bezugspunkt eines sozialisationstheoretischen Subjektverständnisses.
In Hans Rudolf Leu & Lothar Krappmann (Hrsg.), Zwischen Autonomie und
Verbundenheit. Bedingungen und Formen der Behauptung von Subjektivität
(S.77-107). Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Raeithel, Arne (1983). Tätigkeit, Arbeit und
Praxis. Grundbegriffe für eine praktische Psychologie. Frankfurt a.M. /New
York: Campus.
Rosenthal, Gabriele (1995). Erlebte und erzählte
Lebensgeschichte. Gestalt und Struktur biografischer Selbstbeschreibungen.
Frankfurt a.M./New York: Campus.
Schacter, Daniel L. (1999). Wir sind
Erinnerung. Gedächtnis und Persönlichkeit. Reinbek: Rowohlt.
Zech, Rainer (1983). Motivation, Persönlichkeitsentwicklung
und Befähigungsprüfung zum Hochschulstudium ohne Reifezeugnis. Zur Entwicklung
einer Kollektiven-Autobiografie-Forschung. Hannover: Expressum.
Zech, Rainer (1988). Kollektive-Autobiografie-Forschung.
Begründung einer Methode zur Erforschung von Prozessen individueller Persönlichkeitsentwicklung.
Hannover: Expressum.
Zech, Rainer (1995). Subjekte im Übergang
Eigenes und Fremdes. Reflexionen aus einem deutsch-deutschen Projekt
autobiografischer Politisierungsforschung. Psychosozial, IV(62), 89-103.
Stefan BUSSE, Prof. Dr. Dipl. Psych.,
Hochschullehrer am FB Soziale Arbeit der Hochschule Mittweida (Sachsen).
Arbeitsschwerpunkte: Biografieforschung,
Psychologiegeschichte und DDR, Supervisionsforschung
Anschrift:
Hochschule Mittweida (FH), FB Soziale Arbeit, Außenstelle Roßwein
Döbelner Strasse 58
D - 04741 Roßwein
E-Mail: busse.markkleeberg@t-online.de
Christiane EHSES, Dr. Dipl. Päd., Mitarbeiterin im ArtSet
Institut für kritische Sozialforschung und Bildungsarbeit e.V.
Arbeitsschwerpunkte: Organisationsforschung und -beratung,
Bildung, individuum- und gruppenbezogene Entwicklungsforschung
Anschrift:
ArtSet Institut für krtische Sozialforschung und Bildungsarbeit e.V.
Ferdinand-Wallbrecht-Strasse 17
D - 30163 Hannover
E-Mail: ehses@artset.de
Rainer ZECH, Prof. Dr. Dipl. Päd., Mitarbeiter im
ArtSet Institut für kritische Sozialforschung und Bildungsarbeit e.V.
Arbeitsschwerpunkte: Bildung und Persönlichkeit,
Organisationsforschung und Beratung, Forschungsmethodologie und -methodik
Anschrift:
ArtSet Institut für krtische Sozialforschung und Bildungsarbeit e.V.
Ferdinand-Wallbrecht-Strasse 17
D - 30163 Hannover
E-Mail: Zech@artset.de
Bitte zitieren Sie diesen Beitrag wie folgt (und zusätzliche Absatznummern, wenn notwendig):
Busse, Stefan, Ehses, Christiane & Zech, Rainer (2000,
Juni). Kollektive-Autobiografie-Forschung (KAF) als subjektwissenschaftliche
Methode [48 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative
Social Research [On-line Journal], 1(2).
Verfügbar über: http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/2-00/2-00busseetal-d.htm [Datum des Zugriffs: Tag, Monat, Jahr].
|
Letzte Änderung: 03.02.2003
Volume 1, No. 2 Inhaltsverzeichnis
[qualitative-research.net]
[Home] [Über
FQS] [Rubriken]
[Service]
[Beitragseinreichung]
[FAQ] [Presse
+ Werbung] [Suche]
[Newsletter]
[Impressum]
© 2000 Forum Qualitative Sozialforschung
/ Forum: Qualitative Social Research
(ISSN 1438-5627)
|