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Diese interdisziplinäre Spannbreite des
FST ist nicht zuletzt auch ein Indikator dafür, dass mit der
Dialog-Konsens-Methodik alternative Positionen in Bezug auf die
Wissenschaftskonzeption einhergehen, nämlich im Sinne des sog.
qualitativen Paradigmas und seiner weiteren Ausarbeitung. Dazu gehört
z.B. die Absage, besser Überwindung des Werturteilsfreiheitspostulats,
die vor allem mit dem prospektiv-elaborativen Subjektmodell verbunden ist
(vgl. GROEBEN 1986; 1997; ERB 1997). Die methodologische Konsequenz ist,
dass die Veränderung des Gegenstandes (zum "Besseren") durch
den Forschungsprozess im FST nicht als methodischer Fehler, sondern als
anzustrebende Zielidee expliziert und verteidigt wird (GROEBEN 1988b).
Gleichwohl ist auch der dialog-hermeneutische Forschungsprozess nicht als
Therapie oder Therapieersatz anzusehen. Er mag bisweilen (vor allem in
therapeutischen Kontexten: vgl. WAGNER 1995) eine prototherapeutische
Funktion ausüben, aber er sollte auch methodologisch ganz dezidiert vom
Therapieprozess abgegrenzt sein hierin liegt sicher eine der Aufgaben
zur weiteren Ausarbeitung des FST. Eine weitere Veränderung der
Wissenschaftskonzeption bezieht sich darauf, dass durch den Ausgangspunkt
der Strukturparallelität von Erkenntnissubjekt und -objekt auch ein
Austausch von Subjektiven und "objektiven" Theorien vorgesehen
ist (vgl. schon GROEBEN & SCHEELE 1977, Kap. 3), der auch eine Rückkopplung
von Wissenschaftskonzept und psychologischem Gegenstand in Bezug auf die
Zielidee der Rationalität impliziert (o.c.; GROEBEN 1988b). Solche Rückkopplungsaspekte
werden sich auch gerade im konkreten Forschungsprozess bei
Modifikationsstudien zeigen, die es diesbezüglich ebenfalls weiter zu
entwickeln und auszuarbeiten gilt. Insofern als der klassische
szientifische Rationalitätsbegriff der (auch psychologischen)
Wissenschaftsstruktur die nomothetische Perspektive als konstitutives
Element enthält, stellt sich damit auch die Frage nach der Verbindung
bzw. Integration von idiografischer und nomothetischer Perspektive, für
die innerhalb des FST bereits vielversprechende Ansätze (zur
Zusammenfassung individueller Subjektiver Theorien zu überindividuellen
Modalstrukturen etc.: vgl. OLDENBÜRGER 1992; 2000) ausgearbeitet worden
sind (OBLIERS & VOGEL 1992; STÖSSEL & SCHEELE 1992; SCHREIER
1997). Diese Integrationsansätze gilt es in der weiteren Entwicklung des
FST zu komplettieren; ein vergleichbar wichtiges Desideratum für die
Weiterentwicklung des FST ist die theoretische und empirische Verbindung
mit handlungstheoretischen Ansätzen, z.B. in Bezug auf die differenzierte
Prozessmodellierung der Handlungsleitung unter Einbeziehung
volitionspsychologischer Aspekte ("Rubikon-Modell"). [9]
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Anschrift: Prof. Dr. N. Groeben,
Psychologisches Institut der Universität zu Köln, Lehrstuhl II:
Allgemeine Psychologie und Kulturpsychologie,
Herbert-Lewin-Str. 2, D - 50931 Köln
E-Mail: n.groeben@uni-koeln.de
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Anschrift: Prof'in Dr. B. Scheele,
Psychologisches Institut der Universität zu Köln, Lehrstuhl II:
Allgemeine Psychologie und Kulturpsychologie,
Herbert-Lewin-Str. 2, D - 50931 Köln
E-Mail: b.scheele@uni-koeln.de
Bitte zitieren Sie diesen Beitrag wie folgt (und zusätzliche Absatznummern, wenn notwendig):
Groeben, Norbert & Scheele, Brigitte
(2000, Juni). Dialog-Konsens-Methodik im Forschungsprogramm Subjektive
Theorien [9 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum:
Qualitative Social Research [On-line Journal], 1(2).
Verfügbar über: http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/2-00/2-00groebenscheele-d.htm [Datum des Zugriffs: Tag, Monat, Jahr].
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