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Wissenschaftlicher Beirat

Nigel Fielding

Nigel Fielding ist in den Vereinigten Staaten aufgewachsen, aber zu seiner Universitätsausbildung nach Großbritannien zurückgekehrt. Hier erwarb er seinen Undergraduate Degree (B.A.) in Soziologie an der University of Sussex und seinen Masters Degree (M.A.), ebenfalls im Fach Soziologie, an der University of Kent. Danach war er als Dozent am Hendon Police College tätig. Seine Dissertation war die erste Studie, die zur "National Front", einer extrem rechten, rassistischen Partei durchgeführt wurde; als Methode verwandte er die verdeckte, teilnehmende Beobachtung. Es folgten Beschäftigungen bei der School of Law am Ealing College of Higher Education und am Department of Social Administration des LSE. 1978 begann er mit Vorlesungen zur Kriminologie an der University of Surrey. Seit 1995 hat er dort den Lehrstuhl für Soziologie inne. Von 1985 bis 1998 war er Herausgeber des "Howard Journal of Criminal Justice" und Mitglied des "Council of the Howard League for Penal Reform".

Nigel Fieldings Forschungsschwerpunkte sind Polizeiarbeit, qualitative Methoden und die Entwicklung neuer Technologien für die Sozialforschung. Er hat viele Bücher publiziert, u.a. "The National Front" (1981), "Joining forces" (1988), eine Studie zur Ausbildung von Polizist(inn)en, "The police and social conflict" (1991), "Using computers in qualitative research" (1991), "Investigating child sexual abuse" (1992), eine Studie zur Zusammenarbeit zwischen Polizei und sozialen Diensten, "Negotiating nothing" (1992), eine Studie zu polizeilichen Strategien in Auseinandersetzungen, "Community policing" (1995), eine Studie zu den Voraussetzungen erfolgreicher kommunaler Polizeiarbeit und "Computer Analysis and Qualitative Research" (1998), die weltweit erste Feldstudie zur Verwendung von Software durch qualitative Forscher(innen).

Nigel Fielding war als Berater tätig für das Police Training Council, für Polizei und Einrichtungen der Bewährungshilfe, für das Home Office und für eine Untersuchung zur Zukunft der Polizei durch die britische Regierung und eine unabhängige Police Foundation. Er berät mehrere amerikanische und englische Verlage in Fragen qualitativer Sozialforschung und ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des "Qualitative Inquiry", des "Howard Journal of Criminal Justice" und von Sociological Research Online. Gegenwärtig ist er einer der Leiter des CAQDAS Networking Project (CAQDAS = Computer-Assisted Qualitative Data AnalysiS), des britischen Zentrums für qualitative Software, das vom Economic and Social Research Council (ESRC) unterstützt wird. Zusammen mit Ray Lee ist er Herausgeber der Buchreihe "New Technologies for Social Research" (Sage Publications). Nigel Fielding war über mehrere Jahre Deputy Dean of Human Studies an der University of Surrey, aktuell ist er einer der Direktoren des Institute of Social Research der University of Surrey and Chair of the Research Committee der School of Human Sciences.

Nigel Fielding ist mit Dr. Jane Fielding verheiratet, einer Dozentin für quantitative Soziologie an der University of Surrey. Ihre Tochter Jessica besucht die Oberstufe. Zu Nigels Privatinteressen gehört das Lesen von (insbesondere politischen) Biographien, das "Surfen" auf archäologischen Webseiten, Schwimmen, Tauchen, Fotographie und "allotment gardening". ("Allotments" sind kleine Landparzellen, die den Gemeinden gehören und von Interessierten gemietet werden können zum Anbau von Gemüse und Obst.)

 

Forschungsschwerpunkte:

Im Bereich qualitativer Sozialforschung beschäftigt sich Nigel Fielding insbesondere mit Forschungsethik und -politik, mit dem Status der verdeckten teilnehmenden Beobachtung, mit qualitativer Software und mit dem Zusammenhang zwischen qualitativen und quantitativen Forschungsverfahren. Fragen, die den Bereich qualitativer Software betreffen, waren über mehrere Jahre der Schwerpunkt seines Schreibens und Forschens: 1989 organisierte er die weltweit erste Tagung zu diesem Themenkomplex und war Mitherausgeber eines Buches, das auf die Beiträge im Verlauf dieser Tagung zurückging und zu einem akademischen Bestseller wurde ("Using Computers in Qualitative Research", Sage 1991, 2/e 1993). Gegenwärtig interessiert ihn die Sekundäranalyse qualitativer Daten, und in diesem Zusammenhang hat er 1999 gemeinsam mit Jane Fielding und unter Verwendung archivierter Daten einer berühmten britischen Gefängnisstudie aus den 60er Jahren eine Pilotstudie durchgeführt, mit deren Hilfe die Verwendbarkeit und der Wert re-analysierter Daten eingeschätzt werden soll. Hintergrund dieser Studie ist die Förderung der Archivierung qualitativer Daten im Rahmen des Qualidata Archival Resource Centre durch das ESRC. Ein anderer Interessenschwerpunkt resultiert aus seiner Mitgliedschaft in einer Beratergruppe des ESRC zu der neuen Europäischen Datenschutzgesetzgebung und deren Auswirkungen auf die Sozialforschung. So kann das jüngste Gesetz sehr weitgehende Konsequenzen für die Durchführung qualitativer Feldstudien haben, eine Tatsache, die von den Europäischen Gesetzgebern vernachlässigt wurde, auf die die britische Regierung aber mit Nachdruck verweist.

Nigel Fielding arbeitet gerade an einem Herausgeberband über ökonomische Aspekte von Kriminalität und Strafjustiz. Im Bereich qualitativer Forschungsmethoden schreibt er gemeinsam mit Gary Shank, einem Semiotiker der Duquesne University, USA, an einem Beitrag über "false equivalence" und über abduktives Schliessen in Feldstudien.

Veröffentlichungen in FQS:

Kontakt:

Prof. Nigel Fielding

Institute of Social Research
Department of Sociology
University of Surrey
Guildford GU2 5XH
England

Tel.: + 44 / 1483 876967
Fax: + 44 / 1483 259551
E-Mail: n.fielding@surrey.ac.uk
URL: http://www.soc.surrey.ac.uk/nigel_fielding.htm


Letzte Änderung: 03.06.2005

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(ISSN 1438-5627)

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